Campingplatz Neset am Byglandsfjord aus der Luft
Wohnen · Camping

Camping in Südnorwegen: Zelt, Hütte oder Wohnwagen

Mehr als sechs von zehn Übernachtungen deutscher Gäste in Agders gewerblichen Unterkünften finden auf Campingplätzen statt. Camping ist hier kein Notbehelf, sondern das Standardformat – mit Hütten, Stellplätzen am Wasser und Plätzen direkt am Strand.

Laut Statistik Norwegen verbrachten Gäste aus Deutschland 2025 in Agder 163.660 Nächte in Hotels, Campingplätzen und Hütten-Anlagen – 100.815 davon auf Campingplätzen, also rund 62 Prozent. Bei den Niederländern ist der Anteil noch höher. Das zeigt: An der Südküste ist Camping das Format vieler Familien, und die Plätze sind darauf eingestellt. Viele haben Hütten (hytter) mit Küche, Plätze für Wohnwagen und Wohnmobile und eine Badestelle. Wer lieber ein ganzes Haus mietet, liest weiter unter Ferienhaus in Südnorwegen; für die Route mit dem Wohnmobil gibt es die Seite Südnorwegen mit dem Wohnmobil.

Zelt, Wohnwagen oder Hütte?

FormFür wenZu beachten
Zelt auf dem PlatzFamilien mit Erfahrung, RadreisendeWind an der Küste, Regen einplanen
Wohnwagen / Wohnmobilflexible FamilienFährpreis abhängig von Länge und Höhe; Maut für Fahrzeuge über 3,5 t
CampinghütteFamilien ohne CampingausrüstungBettwäsche oft extra, im Juli früh ausgebucht

Campinghütten sind an der Südküste eine gute Mitte zwischen Zelt und Ferienhaus: eigener Raum, oft eine kleine Küche, dazu Sanitärgebäude, Spielplatz und Badestelle des Platzes.

Campingplatz am Byglandsfjord mit Wohnwagen am Ufer
Campinghalbinsel am Byglandsfjord im Setesdal
Familiencamping am Lomsesanden bei Farsund

Wo die Plätze liegen

  • Kristiansand: Rund um die Stadt gibt es mehrere Campingplätze; der rund drei Kilometer lange Strand Hamresanden liegt östlich des Zentrums, nicht weit vom Tierpark.
  • Dyreparken: Der Tierpark betreibt selbst Unterkünfte, darunter Roligheden Camping, einen Platz für Wohnmobile (Bobilcamp) und das Safaricamp. Mehr unter Dyreparken Kristiansand.
  • Lindesnes: Am Leuchtturm könnt ihr für 400 NOK auf dem Parkplatz übernachten, zwei Eintritte inklusive (2026). Mehr unter Lindesnes Fyr.
  • Lista und Farsund: offene Strandküste mit viel Platz. Siehe Farsund und Lista.
  • Setesdal: Plätze am Fluss Otra und an den Seen, gut für Kombination mit Rafting oder Wandern. Siehe Setesdal.
  • Ostküste: Auch rund um Grimstad, Arendal und Risør gibt es Campingplätze in Küstennähe.
Strand Hamresanden bei Kristiansand
Hamresanden bei Kristiansand

Wann es voll wird

Die norwegischen Sommerferien liegen vor allem im Juli; dann sind die Plätze an der Küste am vollsten. Die Statistik zeigt: Norwegische Gäste übernachteten in Agder im Juli 2025 mehr als doppelt so oft wie im Juni. Gäste aus Deutschland kamen im Juli und August fast gleich stark. Wer flexibel ist, reist im Juni oder ab Mitte August. Wer im Juli kommt, reserviert Hütten und Plätze am Wasser frühzeitig. Das Saison-Barometer steht unter beste Reisezeit.

Saison-Barometer: Wann ist es in Agder voll?

Gewerbliche Übernachtungen in Agder 2025 (Hotels, Camping, Hütten), je Gruppe indexiert: Juli = 100 %.

Gäste aus NorwegenGäste aus Deutschland

MonatNorwegische GästeGäste aus DeutschlandIndex (Juli = 100)
Mai151.06114.46129 / 30
Juni235.21228.23844 / 58
Juli529.97848.365100 / 100
August229.79346.26843 / 96
September109.38510.94121 / 23

Quelle: Statistisk sentralbyrå (SSB), Tabelle 14162, Jahr 2025

Wildcampen: was erlaubt ist

Außerhalb von Campingplätzen gilt das Jedermannsrecht (allemannsretten). Kurz gefasst:

  • Zelten in der freien Natur ist erlaubt, mindestens 150 Meter von bewohnten Häusern und Hütten entfernt.
  • Mehr als zwei Nächte am selben Ort nur mit Erlaubnis des Grundbesitzers (Ausnahmen im Gebirge und in sehr abgelegenen Gebieten).
  • Feuer in der Natur ist vom 15. April bis 15. September grundsätzlich verboten, außer dort, wo die Brandgefahr offensichtlich gering ist, etwa direkt am Meer, oder an festen Feuerstellen.
  • Das Recht gilt für Menschen, nicht für Fahrzeuge: Wohnmobile und Wohnwagen dürfen nicht einfach in der Natur stehen.

An der dicht besiedelten Südküste mit vielen Ferienhäusern ist der Abstand von 150 Metern oft schwer einzuhalten. Für Familien sind Campingplätze deshalb meist die bessere Wahl. Die vollständigen Regeln stehen unter Jedermannsrecht in Norwegen.

Was ihr mitbringen solltet

  • Heringe für Fels und Sand – viele Plätze liegen auf steinigem Untergrund
  • Windschutz und Regenplane
  • Stromadapter für Campingstrom (fragt beim Platz nach dem Anschluss)
  • Bettwäsche für Hütten, falls nicht im Preis enthalten
  • Insektenschutz für Abende am Wasser

Die vollständige Liste: Packliste für Südnorwegen.

Ausflug vom Campingplatz

Von den Plätzen rund um Kristiansand und am Tierpark ist die Stadt mit ihren Bootstouren schnell erreicht.

Häufige Fragen

Darf man in Südnorwegen wild campen?

Mit dem Zelt ja, nach dem Jedermannsrecht: mindestens 150 Meter von bewohnten Häusern, höchstens zwei Nächte am selben Ort. Wohnmobile fallen nicht darunter.

Wann sind Campingplätze in Südnorwegen voll?

Vor allem im Juli, wenn die Norweger Ferien haben. Im Juni und ab Mitte August ist es ruhiger.

Gibt es Campingplätze am Tierpark Kristiansand?

Ja. Dyreparken betreibt unter anderem Roligheden Camping, einen Wohnmobilplatz und das Safaricamp.

Zuletzt geprüft und aktualisiert: 20. Oktober 2026 · Redaktion südnorwegen.com

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